Dienstag, 28. November 2017

Khalil Gibran - Poet zwischen Orient und Okzident (aktualisiert)

  

Selbstporträt 1911
(wikipedia.en)
Der aus dem Libanon stammende
Khalil Gibran (1883-1931) gehört zu
den großen Persönlichkeiten, die Goethes
Ausspruch im West-östlichen Divan 
(Nachtrag 1825/26) bewusst gelebt haben:

                     Wer sich selbst und andre kennt, 
                     wird auch hier erkennen,
                     Orient und Occident
                     sind nicht mehr zu trennen.
                     Sinnig zwischen beiden Welten 
                     sich zu wiegen, lass ich gelten;  
                     also zwischen Ost und Westen
                     sich bewegen sei's zum Besten.


Den meisten fällt beim Namen Gibran sein berühmtes Werk "Der Prophet" ein, das 1923 in New York zum ersten Mal erschien und schnell zu einem weltweiten Kultbuch wurde. Die Auflagen in vielen Sprachen zeigen an, ,wie umfangreich und existentiel intensiv das Werk dieses Dichters ist.
Auch als Maler hinterließ er bleibende Eindrücke.  Durch sein Leben zwischen der Levante, Europa und Amerika, durch seine Poesie, seine vielen Aphorismen und unnachahmlichen Erzählungen ist er ein wichtiger Brückenbauer auch zwischen den Religionen geworden. Man denke hier nur an sein Jesus-Buch:
  • Jesus Menschensohn. Seine Worte und Taten,
    berichtet von Menschen, die Ihn kannten.

    Olten (CH): Walter 1988, 2. Aufl. ,170 S. u.ö.
    -- Drei Beispiele: hier
  • Vgl. Jean-Pierre Dahdah: Khalil Gibran. La vie inspirée de l'auteur du "Prophète" [1994]. Espaces libres. Paris: Albin Michel  2004
    Deutsch: Khalil Gibran. Eine Biographie
    .
    Düsseldorf: Patmos 1997
Weitere Informationen

  • Warten auf den Freund
    „Worauf wartest du hier am Tor?",
    fragte der Prophet den Wachposten.
    „Auf den Feind!", entgegnete dieser. „Man muss jede Stunde auf ihn gefasst sein. Vielleicht sammelt er gerade seine Mannschaften, irgendwo hinter den Bergen. Vielleicht denkt er sich in diesem Augenblick eine Kriegslist aus, um uns zu überfallen, wenn wir nicht wachsam sind, sei es am Feiertag oder in der Nacht. Wenn ich die Schilde des Feindes blinken sehe in der Ferne oder das Lärmen der Waffen höre von den Bergen her, dann muss ich schreien, bis die ganze Stadt gerüstet ist den Feind zu empfangen."
    Der Prophet schwieg und schaute lange vor sich hin. Dann sagte er:
    „Die Stadt ist gerüstet, den Feind zu empfangen. mag sein. Aber ist sie auch gerüstet einen Freund zu empfangen? Einen Retter und Helfer, der nicht gegen die Mauern anrennen will, um die Stadt zu stürmen; und der uns nicht Krieg bringt sondern Frieden?
    Ist diese Stadt auch gerüstet für einen Freund?"

    Aus: Männerarbeit der Ev. Kirche von Westfalen (Hg.): Ein Weggeleit. 
    Schwerte, Haus Villigst 2004, S. 42 

Theorie und Praxis der Religionen bei Krieg und Frieden (aktualisiert)


Ursprünglich: Struktur und Materialzusammenstellung für ein Seminar unter dem gleichnamigen Thema (Sommersemester 2012 an der TU Dortmund) mit weiteren Materialergänzungen.
Intentionen: Es geht darum, die unterschiedlichen Einstellungen innerhalb der Religionen grundsätzlich und in konkreten Situationen des Konflikts kennenzulernen und darausein eigene mögliches friedenspädagogisches Engagement zu entwickeln.


TEXTE und DOKUMENTATIONEN


LERNORTE 

SEMINARAUFBAU (13 Themenfelder)
 
1.   Gewalt in der Bibel
BIBEL (AT)
--- Richter 9 und die Jothamfabel
--- Elia und das Massaker am Karmel (1 Kön 18)
--- Zeittafel zur Geschichte Israels
--- Protokoll: Organisatorisches, A. Schweitzer, Valmy, Richter 9, Elia


 2.  Versuche, Feindschaft zu überwinden
CHRISTENTUM


Warten auf den Freund
„Worauf wartest du hier am Tor?", fragte der Prophet den Wachposten.
„Auf den Feind!", entgegnete dieser. „Man muss jede Stunde auf ihn gefasst sein. Vielleicht sammelt er gerade seine Mannschaften, irgendwo hinter den Bergen. Vielleicht denkt er sich in diesem Augenblick eine Kriegslist aus, um uns zu überfallen, wenn wir nicht wachsam sind, sei es am Feiertag oder in der Nacht. Wenn ich die Schilde des Feindes blinken sehe in der Ferne oder das Lärmen der Waffen höre von den Bergen her, dann muss ich schreien, bis die ganze Stadt gerüstet ist den Feind zu empfangen."
Der Prophet schwieg und schaute lange vor sich hin. Dann sagte er:
„Die Stadt ist gerüstet, den Feind zu empfangen. mag sein. Aber ist sie auch gerüstet einen Freund zu empfangen? Einen Retter und Helfer, der nicht gegen die Mauern anrennen will, um die Stadt zu stürmen; und der uns nicht Krieg bringt sondern Frieden?
Ist diese Stadt auch gerüstet für einen Freund?"
Aus: Männerarbeit der Ev. Kirche von Westfalen (Hg.): Ein Weggeleit. Schwerte, Haus Villigst 2004, S. 42 


3.  Religiöser Pluralismus und  "djihad" im Islam
Religiöse Konflikte - religiöser Pluralismus: Salomo
ISLAM
--- Der Islam - eine Religion der Gewalt? (PPP)
--- Bülent Ucar: Der theologische Unterbau islamistischer Terrorakte
    (im Zusammenhang mit den Pariser Terroranschlägen)
    MiGAZIN, 15.01.2015

--- Djhad und Heiliger Krieg (muz-online)
--- Barbara Huber-Rudolf: Gewalt im Islam
    
(KAS- Newsletter  - PM Nr. 385, Dez. 2001)

Konfliktfeld Naher Osten (Nachträge 2013)
--- Gilles Kepel: Veröffentlichungen zu Djihad und Islamismus
--- Gilles Kepel: Reiseerfahrungen im Maghreb und Nahost: Passion Arabe
--- Der Blog von Gilles Kepel 


4.  Die Problematik des sog. gerechten Krieges
CHRISTENTUM UND ISLAM
--- Gibt es "gerechte Kriege"? (PPP)
--- Reinhold MOKROSCH: "Gerechter Krieg"?
Welche historischen Begründungen für Bellizismus und Pazifismus
werden heute noch verwendet?
(Osnabrücker Jahrbuch Frieden und Wissenschaft IX/2002)

---  Zur Geschichte und Gegenwartsproblematik der Kurden-Region
--- Bagdad Burning: Blog-Eintragungen nach den Irak-Kriegen von Riverbend
--- Die interkulturelle Bedeutung der Kanonade von Valmy (1792)

5.  Interreligiöse Toleranz, Goldene Regel und Weltethos
 DIALOG DER DREI RELIGIONEN - "TRIALOG"
--- bpb-Themenblätter Nr. 17: Religion und Gewalt (2002)
--- Rezension der bpb-Themenblätter Nr. 17
--- Buchbesprechung: Wie tolerant ist der Islam?
--- Nathan der Weise und die Bergpredigt (PPP)
--- Buchbesprechungen zu den Nathan-Interpretationen von  K.-J. Kuschel
--- Goldene Regel in den Weltreligionen 
--- Weltethos und Goldene Regel
--- Ethische Gemeinsamkeiten der Religionen: Weltethos

KONFLIKTE: CHRISTENTUM - ISLAM
--- Gewaltsame Auseinandersetzungen: Die Kreuzzüge
--- PAPST URBAN II.: Aufruf zum Kreuzzug (Nov. 1095)
--- Zeittafel: Kreuzzüge 
--- Die Staufer-Kaiser mit Friedrich II.

7.  Christentum-Islam: Annäherungen
FRIEDENSANGEBOTE und KRISENPUNKTE
---"A Common Word"
von 138 islamischen Theologen (2007)

--- Weltweite Evangelische Allianz zu "A Common Word" (WEA, 2008)
--- Vorstellung von "A Common Word" und die Reaktion der WEA (PPP)
--- Hasan ASKARI: Islamische Quellen zum Frieden
--- Christen im Orient (INTR°A-Tagebuch, 15.05.2012)
--- Syrien - Opposition und religiöse Minderheiten (INTR°A-Tagebuch, 04.05.2012)

8.  Der Hinduismus zwischen Toleranz und Nationalismus
GLAUBENSQUELLEN UND UMGANG MIT GEWALT
 --- Hindu-Nationalismus und Religionen in Indien (PPP)
--- Die Glaubensquellen im Hinduismus (mit Gita)
--- Hinduismus: Einführung - Quellen - Materialien
--- Die Epen "Mahabharata und Ramayana": Achtsame Helden?
--- Die Bhagavad Gita: Arjuna und der Krieg (INTR°A-Tagebuch, Dez. 2010)
--- Gandhi zum Begriff "Ahimsa" (Gewaltlosigkeit) 
--- Streit zwischen militanten Hindus und Muslimen um Ayodha 

9.  Meditativer Campusgang: "Der Friede beginnt in mir"
Bilder, Texte, Berichte
 
10. Begegnung mit dem Orient:
Marokko, Türkei, Japan
--- Europa im Orient - der Orient in Europa
(Orientierungsbeispiele - Buchvorstellung)

--- Friedliche Begegnung mit anderen Kulturen: Marokko (PPP)
GEWALT IM BUDDHISMUS?
--- Mitgefühl und Gewalt im japanischen Buddhismus
                                                  (Yoshi Matsuno, Soka Gakkai, Frankfurt/M.)
--- Der Buddhismus nach Nichiren (13. Jh.)
--- Die buddhistische Laienorganisation Soka Gakkai

11. Zen-Buddhismus in Japan, Faschismus und chinesisches Denken
--- Rückblick: Meditativer Campusrundgang (s. 12.06.)
--- Hiroshima: Sadako will leben (Buchvorstellung)
--- Origami-Kranich: Faltanleitung
--- Japanischer Zen-Buddhismus im 2. Weltkrieg (Buchvorstellung)
--- Chinesische Ein-Blicke: Konfuzius und das Christentum (PPP)

12.  Buddhistische Friedensstrukturen und Kulturen-Transfer
RELIGIONEN und GEWALTLOSIGKEIT

--- Fortsetzung: Konfuzianische Ethik und Christentum
--- Konfuzius: Biografie und Wirkung
--- Die Transsibirische Eisenbahn von Moskau nach Peking
     Spiegel der Kulturen
(Referat)
--- Infos zur Transsibirischen Eisenbahn (Wikipedia)
--- "Der Friede beginnt in mir" - mit Beispiel-Gedichten (Referat)
--- Die "Höhere Welt" im Mahabharata und bei Buddha
--- Aung San Suu Kyi - Der gewaltlose Weg Burmas zur Demokratie
      (ergänzende Lektüre)

--- Worte des Dalai Lama zum Frieden (ergänzende Lektüre) 
--- Zum besseren Verständnis der Dialogfähigkeit des Islam
      (als Gast Mehmet Soyhun, Dortmund - DITIB-Regionalverband

 13.  Gewalt im Film und Gebete des Friedens
FRIEDEN GEFÄHRDEND - FRIEDEN FÖRDERND
--- Wahrheit und Erlösung im Film "Matrix" (1999) 
--- Der unterhaltsame Gott (Buchvorstellung)
--- Trailer zum Film "Avatar" (YouTube)
--- Aggression und Frieden religiös - Der Film "Avatar"(PPP) 
--- Nachtrag Juli 2014: Eine kurze Friedensweihnacht im 1. Weltkrieg:
Die ungewöhnliche Friedensfeier der Verfeindeteten 
Anmerkungen zum Film Merry Christmas (2005)
--- Friedensgebete - Wirkungen von Assisi
--- Stichwort: Toleranz (bei rpi-virtuell)


Samstag, 25. November 2017

VIRTUELLE MUSEUMSRUNDGÄNGE - Begegnungen von KUNST und RELIGION (aktualisiert)


VON DORT (2012)
Beispiele aus der Kunst

Virtuelle Rundgänge und Kommentare

Virtuelle Museumsrundgänge und Zeitreisen
in einzelnen Museen oder an bestimmten Orten

--- Auf die einzelnen Orte klicken:

CC




Dienstag, 21. November 2017

Musikalische Welt-Spiegelungen in der Musik eines großen Europäers: Georg Friedrich Händel (aktualisiert)

Großfoto im Händelhaus
Die Komponisten und Musiker des Barock waren erstaunlich weit gereiste  Persönlichkeiten - trotz der damals recht schwierigen Bedingungen. Besonders viele Welt-Erfahrungen sammelte jedoch Georg Friedrich Händel (1685-1759): Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in der angesehenen Stadt Halle an der Saale.

Reisen führten ihn dann an den Brandenburgischen Hof nach Berlin und in die Kulturmetropole Hamburg, wo das erste bürgerliche Opernhaus  zum großen Erfolg wurde.1705 gab es dort die Uraufführung der ersten Oper Händels "Almira".

Seine Studienreise nach Italien dauerte vier Jahre von 1707 - 1710 mit Stationen in Florenz, Rom, Neapel und Venedig. Er traf dort u.a.: Arcangelo Corelli, Antonio Lotti, Alessandro und Domenico Scarlatti.

Dann lebte er zeitweise in London seit 1710 und dort endgültig ab 1712 bis zu seinem Lebensende. Allerdings arbeitete er zwischendurch immer wieder längere Zeit am Kurfürstenhof in Hannover. Der hochgeehrte Komponist starb am 14. April 1759 und wurde am 20. April d.J. in der Westminster Abbey begraben. 



Händel-Gedächtnisfeier
in der Westminster Abbey, 1784
(Wikipedia)
Wie wenig die (religiöse) Konfession für Händel eine Rolle spielte, zeigen seine Kompositionen für Protestanten, Katholiken und Anglikaner. Dieselbe Offenheit zeigten aber auch seine Auftraggeber:
"Denn obschon er [Händel] Zeit seines Lebens in seinen Werken Choralmelodien von Martin Luther zitierte, wirkte er durchaus im Dienste unterschiedlicher Kirchen und Konfessionen: Er spielte Orgel bei den Calvinisten, komponierte Kirchenmusik für lutherische Gottesdienste in Halle, für die Römisch-Katholische Kirche in Italien und die Anglikanische Kirche in England und vertonte sogar Texte des Gründers der Methodistischen Kirche Charles Wesley. Kaum ein Komponist des 18. Jahrhunderts wirkte ökumenischer als Händel."
Erik Dremel: Reformation und Musik.
Kirchentag auf dem Weg. 
In: Magazin
der Händelfestspiele
Halle, 26.05.-11.06.2017, S. 36

Nicht nur war Händel sehr bald zum berühmten und gefeierten Weltstar geworden, sondern seine Kompositionen spielen auch beeindruckend die Welt in ihrer Vielfalt wieder. Das gilt gerade für seine Opern und Oratorien - eine interkulturelle und interreligiöse Weltgeschichte der besonderen Art.
In manchem ähnelt ihm durchaus sein Zeitgenosse Georg Philipp Telemann.

Hier eine Auswahl
mit religiösen und interkulturellen Themen


Aus der Bibel (Oratorien) 
(nach der zeitgeschichtlichen Linie der Bibel)
  • Joseph and his Brethren (1744): Joseph und seine Brüder (1. Mose)
  • Israel in Egypt (1739): Israel in Ägypten
    (vielleicht 12. Jh. v. Chr. - Exodus, 2. Mose 5-14)
    --- Israel in Ägypten interreligiös
  • Joshua (1748): Aus dem Buch Josua (9./10. Jh. v. Chr.)
  • Deborah (1733): Die Richterin Debora
    (Richterbuch, Kap.  4-5) - (9./10. Jh. v. Chr.)
  • Jephta (1752): Richter 10-12 (9./10. Jh. v. Chr.)
  • Saul (1739):  Der erste König Israels
    1. Samuel 18 bis 2. Samuel 1 (um 1000 v. Chr.)
  • Solomon (1749): König Salomo (um 1000 v. Chr.),
    1. Könige 1-11 und 2. Chronik 1-9
  • Samson (1743) = Simson (Richter 13-16 ) - (um 1000 v. Chr.)
  • Belshazzar (1745) = Belsazar: Kronprinz und Reichsverwalter
    im neubabylonischen Reich, 6. Jh. v. Chr. (Daniel 5 u.a.)
  • Susanna (1749): Aus dem Danielbuch (Kap. 13):
    Israel im babylonischen Exil (legendarisch 6. Jh. v. Chr.)
  • Esther / Haman and Mordecai (1720): Königin Esther (Buch Ester), legendarischer Kontext: Der persische König Ahasveros als  Xerxes I. (5. Jh. v. Chr.)
  • Judas Maccabäus (1747): Jüdischer Freiheitskämpfer, gest. 160 v. Chr.
    (Quelle: die beiden Makkabäerbücher)
  • The Messiah (1742): Der Messias (Neues Testament, Evangelien)

Aus der Antike und Mittelalter:
Ägypten, Mittlerer Osten, Römisches Reich (Mittelmeerraum)

(zeitlich nach der Erstaufführung geordnet)
  • Almira, Königin von Kastilien (HWV 1, Hamburg 1705)
    Historischer Hintergrund: Almira bezieht sich vielleicht auf Elvira Alfónsez (1100 - 1135), die Tochter von Alfons VI. von León-Kastilien (1040 - 1109). Sie hieß nach ihrer Konversion zum Christentum Isabel ( = Elisabeth)
    Film des Regisseurs Gérard Corbiau: Farinelli (1994):
    https://www.youtube.com/watch?v=kOMx1p7pMf4
  • Nero (Hamburg 1705): Der römische Kaiser Nero (37-68 n. Chr.).
  • Agrippina (Venedig 1709): Römisches Reich -
    Mutter von Nero (1. Jh. n. Chr.)
  • Rinaldo (London 1711):
    Befreiung Jerusalems

    durch die Kreuzzugsritter (1. Kreuzzug: 1096-1099)--- Inhalt: 3 Akte (Opera Guide)
    --- Zusammenfassung und Hintergründe: hier (Eroica-Klassikforum)
    --- Im Grunde eine Oper gegen den Krieg und die
    Gewalt während der Kreuzzüge:

    Kommentar im Deutschlandfunk, 14.03.2003: hier
    --- Rinaldo = Reinoldus: Stadtpatron von Dortmund (WAZ 05.02.14)
  • Rinaldo (Auszüge) mit dem Collegium 1704:
     ----
     https://www.youtube.com/watch?v=dOeCWR_S0TE&list=PL938202B692197683
    Arie: 
    Lascia ch'io pianga (mit Cecilia Bartoli, 2009):
     
    https://www.youtube.com/watch?v=vhpD5JbChPQ
    Lass mich mein grausames Schicksal beweinen
    und seufzen um meine Freiheit (2x)
    und seufzen
    und seufzen um meine Freiheit.
    Lass mich mein grausames Schicksal beweinen
    und seufzen um meine Freiheit
    Möge die Trauer die Ketten zerbrechen von meinem Leiden
    Ich bete um Gnade.
    Ich bete um Gnade.
    Lass mich mein grausames Schicksal beweinen
    und seufzen für meine verlorenen Freiheit
  • Amadigi di Gaula (London 1715): Amadis von Gallien,
    mittelalterlicher Ritter und Held im Horizont der  Artussagen
  • Ottone, Re di Germania (London 1723): Kaiser Otto II. und die byzantinische Prinzessin Theophanu (10. Jh.) als historischer Hintergrund.
  • Giulio Cesare in Egitto (London 1724):
    Julius Cäsar in Ägypten  (48/46 v. Chr.)
  • Tamerlano (London 1724): Schlacht des Osmanensultans Bayezid I. gegen den Mongolenführer Timur Lenk (Tamerlan) und seine Gefangenschaft und
    Selbstmord im Jahre 1402
    --- Vollständige Aufführung (YouTube, etwas über 3 Stunden)
  • Berenice, regina di Egitto (London 1737): Die Ptolomäer-Pharaonin Kleopatra Berenike III. in Auseinandersetzung mit römischen Machtansprüchen (1. Jh. v. Chr.)
  •  Rodelinda, regina de Langobardi (London 1725): Die Königin der Lombardei (= der Langobarden), 7. Jh. --- Vollständige Aufführung (YouTube, etwas über 3 Stunden)
  • Publio Cornelio Scipione (London 1726): Römisches Reich Publius Cornelius Scipio Africanus Major  während des Zweiten Punischen Krieges 218–204 v. Chr.:  Eroberung von Carthago Nova ( = Cartagena) 
  • Alessandro (London 1726):
    Der Indienzug Alexanders d. Gr.: 334 - 326 v. Chr.
  • Siroe, re di Persia (London 1728): Der persische Sassanidenkönig Chosrau II. (6./7. Jh.) 
  • Ezio (London 1731): = König Attila (Etzel)
     - Sieg der Römer und Germanen gegen die Hunnen
    auf den Katalaunischen Feldern (451 n. Chr.)
  • Tolomeo, re di Egitto (London 1728): Die ägyptischen Pharaonen Ptolemäus IX. und Soter II.  2./1. Jh.  v. Chr.
    als  historischer Hintergrund der Oper.
  • Poro, re dell' Indie (London 1731): Zu Alexanders Indienzug , 4. Jh. (vgl. Alesandro)
  • Sosarme, re di Media (London 1732): Sosarme
    =  König der Meder (6. Jh. v. Chr.)
  • Arminio (London 1737): Arminius / "Hermann der Cherusker"
    und die Varusschlacht  9. n.Chr. am Teutoburger Wald.
  •  Serse (deutsch: Xerxes, London 1738):
    Der Perserkönig Ahasverus Xerxes I (ca 519-465) I.
    --- Arie:  
     Ombra mai fu aus "Serse" (Xerxes, HWV 40):
    Nie war der Schatten einer Pflanze, lieblich und angenehm, süßer ...
  • Theodora (London 1750): Christliche Märtyrergeschichte
    im Römischen Reich.

Symbolisch-psychologische Präsentationen

HÄNDEL in HALLE

Händels Geburtsthaus


Erinnerung an G.F. Händel
Taufstein der Marktkirche
Hier wurde Händel getauft.



An dieser Orgel der Marktkirche spielte Händel.

Geniale "Anschläge"

Händeldenkmal am Markt
mit Handschrift des "Messias"
Händels Blick auf Kirche und Stadt

Jedes Jahr: Händel-Festspiele

CC



Freitag, 17. November 2017

Telemann grenzenlos

Georg Philipp Telemann: Kupferstich
von Georg Lichtenberger (um 1745)

(Wikipedia)
Die Überschrift erinnert an ein Konzert während der Tage Alter Musik in Herne im November 2017. Der zu Unrecht im Schatten Bachs stehende Georg Philipp Telemann (geb. 1681 in Magdeburg, gest. 1767 in Hamburg) gehört nämlich zu den herausragenden Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts. Der 250. Todestag des Wahl-Hamburgers wurde darum in der Hansestadt gebührend bedacht.
Vgl. Bericht im NDR-Kultur (25.06.2017)

Neben der ungeheuren musikalischen Schaffenskraft und Kompositionsfülle muss aber auch seine europäische Weite erwähnt werden. In seine Musik fließen italienische und französische Elemente und viel Volksmusikalisches ein. Seine große Weltoffenheit zeigt sich bei seinen Aufenthalten in Krakau und im niederschlesischen Sorau (Zary) und Pless (Pszczyna)Polen wurde für Telemann nicht nur wegen der dortigen Beziehungen zu Frankreich wichtig, sondern auch wegen der slawischen Musik.  Seine über halbjährige Auszeit in der damaligen Musikmetropole Paris war für ihn ebenso bedeutsam wie die empathische Begegnung mit anderen (musik)-kulturellen Traditionen.

Die Lebensstationen von Georg Philipp Telemann: 
Magdeburg, Hildesheim, Leipzig, Halle, Berlin, Sorau, Eisenach, Frankfurt/Main, Gotha, Hamburg, Paris und wieder Hamburg.


Musikalische Zentren des 18Jahrhunderts in Europa: MailandWienMannheim, ParisLondon und Berlin (Universal-Lexikon)

In Paris sah er u.a. auch eine sog. Augen Orgel,
das
"Clavecin oculaire" des Jesuitenpaters Louis-Bertrand Castel (1688-1757), eines Gegners der Reformation! Die dazu gehörende Schrift veröffentlichte Telemann 1739 ! 


Auf vielfältige, oft humorvolle Weise verinnerlichte Telemann imaginierte und reale Reisen in seinen Kompositionen. Auch sein Hamburger Blumengarten ist international: Dort lässt er Hyazinthen,Tulpen, Kakteen und Aloe sprießen. Kurzum: Grenzüberschreitungen zeichnen Telemanns Charakter auf allen Ebenen aus - ein wahrhaft europäischer Geist. Hier gleicht er sehr seinem inzwischen in London beheimateten Kollegen Georg Friedrich Händel.

Vgl. den Beitrag von Wolfgang Kostujak: "Grenzüberschreitungen im Kopf".
In: WDR / Stadt Herne (Hg.): "Aufbruch!. Rebellen, Reformer und Revolutionäre in der Musik zwischen Mittelalter und Neuzeit." 42. Tage Alter Musik in Herne 2017, S. 145-150


Mehr zum vielgestaltigen Genie Telemann
in biografischen Aufzeichnungen: hier


Telemann, auf einer Bank sitzend -
Denkmal in Záry (Sorau),
Niederschlesien (Polen)

Ein besonders schönes Beispiel von Telemanns offenem interkulturellen Geist ist seine Völkersuite  "Les Nations". Hier kommen (natürlich im Geschmack der Zeit): Türken, Schweizer, Russen und Portugiesen zum Klang.

Mit der Berliner Akademie
für Alte Musik
(TWV 55:B5 / 2002, YouTube - anklicken und hören ...)

00:00 - Ouverture 06:15 - Menuet I alternativement. Menuet II 10:01 - Les Turcs 12:13 - Les Suisses 13:58 - Les Moscovites 15:32 - Les Portugais 17:17 - Les Boiteux (Die Hinkenden) 18:17 - Les Coureurs (Die Läufer)

Ein weiteres interkulturelles Beispiel: Ouverture des Nations anciens et modernes, TWV 55:G4 (YouTube : Vanni Moretto - Orchestra dei Pomeriggi Musicali di Milano - Milano, Juli 2005 1. Ouverture 2. Menuet 1&2 3. Les Allemands anciens 4. Les Allemands modernes 5. Les Suédois anciens 6. Les Suédois modernes 7. Les Danois anciens 8. Les Danois modernes 9. Les vieilles Femmes
Telemann-Konservatorium in Magdeburg



09 - 18. März 2018

Voller Poesie 
- Telemann und die Literatur


CC